DOPING und SPORT
Dr Christian BENEZIS
MONTPELLIER - FRANKREICH
VORWORT
Zuerst muss gesagt werden, dass ich weder Richter noch Zensor bin, sondern einfach ein Mann aus der Sportmedizin und ein ehemaliger Hochleistungssportlerder versucht, das ausgeartete und vergiftende Doping beim modernen Sportwettkampf zu verstehen.
Schon immer versuchte der Mensch, ob sportlich oder nicht, seine Leistungsfähigkeit entweder auf natürliche Art (Körper-Training) oder durch künstliches Eingreifen (Chemie, Technik, Genetik) zu erhöhen.
Heute heisst sich dopen :
- betrügen, indem man künstlich seine Leistungsfähigkeit verbessert.
- sich selbst langsam wegen den schädlichen Nebenwirkungen der benutzten Produkte zerstören.
Als Garant der Sportmoral und auch der Gesundheit der Sportler, stelle ich einige Fragen :
- Welche Motive haben die Sportler für die Benutzung von Dopingmitteln ?
- Welches sind die heute am häfigsten benutzten Produkte und wie sehen deren Nebenwirkungen aus ?
EINFÜHRUNG
Das Doping ist eine richtige Plage unserer modernen Sportgesellschaft und es betrifft nicht nur den Hochleistungssport, sondern erreicht auch die Jugendlichen beim Freizeitsport. Es hat sich eine internationale unerlaubte Herstellung und Vertreibung von Doping verbreitet und heutzutage findet man massenweise verbotene Produkte in Bodybuilding- und Fitness-Centern, in so mancher Tasche von behandelnden Personen, im Hantel-Bereich, beim Radsport und in der Leichtathletik ! Das eiserne Schweigen, das immer noch gang und gäbe ist, wurde jetzt gebrochen : die Befunde bei Dopingkontrollen beweisen es, die Medien berichten, einzelne Sportler trauen sich schließlich darüber zu reden, und die neuesten Affären im Profi-Radsportler-Milieu machen uns auf die ausschlaggebende Rolle der sogenannten "Dealer" (Verschreiber und Lieferanten) aufmerksam die die Basis des fairen Sportes zerstören
Auf das fürchterliche Ineinandergreifen des Ausbreitens von Doping und den veheerenden Folgen für die Sportler hin, haben das Internationale Olympische Kommittee, die Internationale Radfahrervereinigung und einige Länder, darunter Frankreich, Regeln und Gesetze aufgestellt um Doping zu bekämpfen. Das französische Gesetz ist übrigens eines der ausgereiftesten : es informiert die Sportler über Gefahren die beim Einnehmen dieser Produkte entstehen können, es hebt die sportlichen Sanktionen für ertappte Dopingsportler hervor, es bringt die "Dealer" bis vor das Gericht.
Aber die Unwirksamkeit der heutigen Antidopingkontrollen, die Unzulänglichkeit der Mittel zum Nachweis der der am häufigsten benutzten und gefählichsten Stoffe(EPO (Erythropoietin), Wachstumshormon, Cortison) im Urin sowie der Fakt, daß die Hauptziele des modernen Sports (Vorführsport, Leitung zu jedem Preis, wirtschaftliche und finanzielle Hintergründe, die Macht der Medien, der Leiter und der Sponsoren) unglückliherweise das Phenomen Doping anheizen.
Wir, die Sportmediziner, die für die physische und mentale Gesundheit unserer Sportler garantieren sollen, hoffen, an der Instandsetzung aller Mittel gegen diese "Dopingplage" mitarbeiten zu können.
Wir müssen den jeweiligen regionalen und staatlichen Instanzen und den Verantwortlichen zur Seite stehen :
- indem wir erstens das Doping zur Erhöhung der Sportleistung denunzieren und verhindern (gerichtliche Verfolgung der Verordener, der Hersteller und der Lieferanten).
- zweitens indem wir Mittel zu wirksamen Antidoping-Kontrollen bereit stellen (Suche nach Vorgängen die EPO (Erythropoietin) nachweisen.
- indem wir strenge, regelmässige medizinische Kontrollen durchführen, nach klinischen, morphologischen,biologischen Zeichen nach Beweisen und Konsequenzen der Einnahme von Dopingprodukten suchen.
Ich schlage also vor, mit dieser Arbeit Dopingprodukte vorzustellen und ihre Effekte auf die sportliche Leistungsfähigkeit und vor allem auf die Nebenwirkungen zu untersuchen und nach der Klassifizierung des Internationalen Olympischen Kommittees einzuordnen.
Dann hoffe ich noch ein paar kurze und klare Worte über die Alternativen zu "Dopingsport", dem Ergebnis von Heuchelei, zum "Gesetz des eisernen Schweigens" diskutieren.
Ich möchte auch über die Zukunft des Hochleistungssports, der von der Leistung in Richtung Sportspektakel abdriftet (Doping oder Arbeitslosigkeit, gibt es für den Sportler eine Alternative ?) reden.
DOPINGPRODUKTE
Das Internationale Olympische Kommittee hat eine Gliederung in drei Rubriken vorgeschlagen :
- verbotene (und dazu verwandte) Substanzen.
- verbotene Methoden.
- Substanzen die nur begrenzt erlaubt sind.
I - VERBOTENE SUBSTANZEN
- A - STIMULIERUNGSMITTEL Vom Koffein uber Amphetamine..., bis hin zum Kokain !
Diese Produkte erhöhen Konzentration, Aufmerksamkeit, vermindern Müdigkeitsgefühl, steigern Agressivität, verringern die Schmerzgrenze und stoppen oft das Hungergefühl.
Die am häufigsten benutzten Mittel bleiben die Amphetamine, denen in der Sportwelt keinerlei therapeutische Rechtfertigung zugeschrieben werden kann und die somit verboten sind. Die schädlichen Effekte in der Herz- Gegend (tachy-arythmie, arterieller Bluthochdruck) rufen neuro-psychische Störungen (Agressivität, Nervosität, Charakterveränderungen, Schlaflosigkeit) hervor, senken die psychische Müdigkeitsschwelle und bedingen so einen Schwäche- und Erschöpfungszustand.
Depressive Zustande wurden oft nach der Einnahme von Amphetaminen beobachtet.
Die Gewöhnung an die Mittel erfordert eine sehr schnelle Dosiserhöhung, die so auch den Risikofaktor steigen lässt.
Ephedrin, das in gewissen ORL-Zubereitungen beinhaltet sind, um Schnupfen, Bronchitis und Grippe zu behandeln, ist verboten. Der Arzt muss bei ORL-Krankeiten Produkte verschreiben, die keine verbotenen, aktiven Inhalsstoffe vorweisen.
Koffein, nach dem in Sportarten in denen Muskelspannung gefragt ist gesucht wird, ist ab 12 Mikrogramm im Urin (6 Tassen Kaffee) strafbar
Anti-Asthma-Mittel sind, ausser ein paar wenigen Aerosolen (mit therapeutischem Nachweis möglich) verboten. Sportärzte mussen also immer vorsichtig beim Verschreiben von Medikamenten sein und immer den Asthma-Patienten vorher in Kenntnis setzen.
Kokain gehört auch zu den Stimulierungsmitteln, es ist vom Staat verboten worden und auch im Sport nicht zugelassen.
Seit 1965 wurden einige Todesfälle verzeichnet : der Tod Tom Simpsons löste das französische Gesetz von 1965 aus ; Amphetamine waren die ersten Produkte, die im Urin nachgewiesen wurden und daraufhin vom Internationalen Olympischen Kommittee und von der Internationale Radfahrervereinigung verboten wurden.
Stimulierungsmittel sind "Doping für Arme", dennoch sind sie weiterhin in Hobbysportler- und in gewissen Mannschaftssportler-Milieus trotz ihres einfachen Nachweisens im Urin sehr begehrt.
- B - BETÄUBUNGSMITTEL Vom Kodein über Morphin zum Cannabis !
Sie werden als Schmerzmittel benutzt und sind wegen ihrer Nebenwirkungen verboten : Risiko für Atmungsstörungen und psychischer Abhängigkeit. Es wird vor allem nach Heroin, Morphin, Methadon und verwandten Substanzen gesucht.
Seit dem 17 Juni 1998 wurde ein Zusatz an den Anhang der Anti-Doping-Konvention verabschiedet, der Kodein, Dextro-Proxiphen und Ethylmorphin erlaubt. Dank diesem Dekret werden Fieber, Schnupfen und Husten behandelt werden können.
In diesere Produktklasse ist Cannabis enthalten : diese Droge bewirkt zuerst einen euphorischen, kommunikationsfreudigen Zustand, darauf folgt eine Ermüdung der Sinneswahrnahmungen, die man Cannabis-Rausch nennt, dies geht schnell über zu einer Desorientierung in Zeit und Raum , schliesslich endet der Rausch mit einer Art passiven Extase mit Depressions- und Einschlafphasen.
Die wiederholte und gewohnte Einnahme von Cannabis ruft eine Apathie mit Reflexverminderungen, Desinteresse und verlangsamten intellektuellen Fähigkeiten hervor. Man nennt dies chronischen Cannabismus.
Die schweren Folgen des Cannabis auf das Training sind bekannt : Verminderunng der Aufmerksamkeit, der Konzentration, der Koordination und der Motorik, es stört die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und taktisch vorzugehen. Zuletzt zerstört es die körperliche und mentale Kondition.
Die Wirkung dauert 6 bis 24 Stunden nach einmaligem Einnehmen und hat stärkere Effekte oder Flashbacks bei regelmäßiger täglicher Einnahme. Die Ausscheidung des Hauptwirkstoffs THC über das Urin erfolgt langsam : 4 bis 5 Tage bei einmaliger Einnahme, sie kann sich bei regelmäßiger täglicher Einnahme bis zu mehreren Wochen und Monaten hinziehen.
In Frankreich ist Cannabis durch das Zivilrecht verboten. Seit 1991 befindet es sich in der Kategorie der Betäubungsmittel im Gesetz für dopingfreien Sport. Jedoch das Internationale Olympische Komittee (IOK) hat Cannabis zu den beschräkt verbotenen Substanzen gezählt und lässt somit den internationalen Verbänden und den lokalen Behörden Spielraum ob sie das Urin auf Cannabis prüfen oder nicht.
In Frankreich bedeutet einen Joint zu rauchen und danach kontrolliert zu werden, 2 bis 6 Monate Sportverbot und Wettkampfausschluss, während in anderen Ländern in den meisten Sportarten nicht einmal danach gesucht wird.
- C - MUSKELAUFBAUENDE WIRKSTOFFE
1° MUSKELSTÄRKENDE HORMONE ODER ANDROGENE
a) Das Ziel der Androgene ist es, die Muskelmasse zu vergrössern, die sportliche Leistung zu steigern und dabei die Muskelstärke zu erhöhen. Wenn die Wirkung der synthetischen Anabolika sich auf Eiweiss-Aufnahme beschränkt, verdoppelt sich die Wirkung des Testosterons auf der einen Seite anabolisierend, auf der anderen Seite androgenisierend.
b) Die Nebenwirkungen hängen also von der Art des benutzten Produktes, der Dosis und der Dauer der Heilung ab: eine längere und wiederholte Einnahme von Androgenen bewirkt im Allgemeinen eine bedeutende Gewichtszunahme, Beeinträchigungen im Muskel-Sehnen-Bereich, Herzgefässfehler, eine Hyperurikämie durch Hyperkatabolismus, Aggressivität, und eine Veränderung des Libido.
Bei Kindern bewirkt Androgen eine verfrühte Pubertät und ein sofortiges und definitives Abbrechen desWachstums.
Bei Männern ist die wiederholte Einnahme von Testosteron leberschädigend, bewirkt Prostataschäden, löst eine Gynekomastie und Überfunktion der inneren Geschlechtsorgane mit Oligo-Spermabildung. Einige Leberkrebsarten und Prostatakrebs, die normalerweise in der zweiten Lebenshälfte vokommen, werden nun bei jungen Sportlern (35 Jahre) entdeckt. Diese Nebenwirkungen wurden bei Hantelsportlern, Wetwerfern, Sprintern, Weitspringern, und Bodybuildern nach zahlreichen Androgenkuren wiedergefunden.
Bei Frauen bewirkt die Einnahme von Androgenen eine Vermännlichung : Verstärkter Haarwuchs, rauhe Stimme, Veränderungen der äusseren Geschlechtsorgane mit einem Zurückbilden der Brust, einer Klitoris-Hypertrophie und zwitterähnliche Bildungen sind die am häufigsten beobachteten, manchmal unwiederruflichen Ausswirkungen.Androgene werden von diesen Sportlern bei Fitness- und Bodybuilding-Wttbewerben benutzt.
c) Die Androgen-Behandlung dauert 5 bis 6 Wochen und wird im Jahr, je nach Zielsetzung des Sportlers, 4 bis 5 Mal wiederholt. Das Zurückgreifen auf Androgene erfordert eine konsequente Erhöhung der proteinhaltigen Nahrungsaufnahme und ein verschärftes Training das zu einer langen Überfütterung des körperlichen Stoffhaushalts führt, einer Gewichtszunahme von 20 bis 30 Kilogramm, und das das Risiko für Herzgefäss - und Muskelfaser-Unfälle erhöht.
Androgene sind dieam häufigst benutztestenwirksamsten und lukrativsten Produkte : die Lieferer derinternationalen Produktion und des Vertiebs haben zuerst Amerika, dann West-und Ost-Europa überschwemmteine Mexicanische Branche (JENKINS) wurde 1988 entlarvt, doch eine "French Connection" wütet immer noch in Bodybuilding-, Hantel-, Gymnastik, und Kampfsport-Hallen und viele Mannschafts- oder Individualsportarten ( Radsport, Leichtathletik) profitieren sehr gut von diesen Produktionsnetzen.
Androgene werden immer noch im Gymnstik-Milieu verwendet wo keine Kontrollen durchgeführt werden. In anderen Kraft-, Geschwindigkeits- und Muskel-Sportarten passiert es nur Wissenlosen oder Dummen, kontrolliert zu werden. Das Doping mit Androgenen ist also wie das Amphetamin-Doping gerade auf dem Weg zum "Doping für Arme" zu werden.Heute mit dem Kommen der synthetischen Wachstumshormone, scheint die Ära der Androgene vorbei zu sein.
2° DIE BETA-2-AGONISTEN
Diese Substanzen werden in Aerosol bei der behandlung von Asthma benutzt. Bei regelmässiger und systematischer Einnahme haben die Beta-2-Agonisten starke anabolisierende Effekte. Aus diesem Grung ist ihre orale, rektale oder injizierte Aufnahme strengstens verboten. Wenn sie inhaliert werden, braucht man eine ärztliche Bescheinigung.
Heutzutage sieht man immer mehr Asthmatikerbei grossen Wettkämpfen in den Nationalmannschaften; es wird also Doping mit Salbutamol und Clenbuterol gebilligt.
D - HARNTREIBENDE MITTEL
Sie werden benutzt um im Turnen, bei athletischen Werfern, beim Hanteln, im Boxen, in der Gymastik Gewicht zu verlieren. Die harntreibenden Mittel vermindern die Konzentration anderer zirkulierender Dopingprodukte im Urin. Das systematische Einnehmen von harntreibenden Mitteln bewirkt eine Deshydrierung, Müdigkeitsanfälle, die schnell schädlichen Einfluss auf die Gesundheit, und physisches und psychisches Gleichgewicht des Sportlers haben.
Vor vier Jahren starb der Weltmeister in Gymnastk an Deshydrierung, der Nebenwirkung der Einnahme von harntreibenden Mitteln war.
E - PEPTIDIQUISCHE HORMONE
Diese Stimulierungshormone endokriner Drüsen (ACTH-GH-EPO) sind verboten, da sie Herz- und Nierenschwächen, Diabetes und Impotenz bewirken können. Diese seltenen und sehr teuren Mittel, die für präzise klinische Fälle ( Zwergwuchs mit Wachstumshormonen, Leukämie und Krebs bei Erythropoietin) reserviert sind, werden im Milieu der Wettkampfsportler sehr häufig benutzt da sie durchdie derzeitigen Kontrollmethoden nicht nachweisbar sind.
Erythropoietin und das Wachstumshormon haben heute Anabolika und Kortikoide im höllischen Kreislauf des chemischen Doping überholt.
1° L'ERYTHROPOIETIN (oder EPO), Peptidische Hormone die seit einigen Jahren in der rekombinierender Form erhältlich sind; sie stimulieren die Erythropoese und verbessern den Sauerstoffzugang ins Gewebe. EPO erleichtert eine hohe anabolisierendeWirkung.
Wenn die von den Athleten erwünschten Effekte zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit (Vermehrung der roten Blutkörperchen) wirksam sind, sind die Nebenwirkungen umso dramatischer: Verstärkung der Zähflüssigkeit des Blutes mit Risiko auf Lungen-, Wirbelsäulen-, Nieren-, Leberembolie, Venenentzündungen an den unteren Körperteilen, Herzinfarkt. Es wurden mehrere Duzend Todesfalle in den letzten zehn Jahren in Ausdauersportarten wie Laufsport, Langlaufski und Radsport verzeichnet. Heutzutage fahren die Profi-Radsportler auch nachts über, um ihren hohen Puls aufrecht zu erhalten, nehmen Antiblutgerinnungsmittel und Aspirin aus Angst vor einer Embolie, die sie im Schlaf oder während der Erholungstage überkommen könnte.
Die neuerlichen Affären während der Tour de France 1998 betstätigen die Heftigkeit, den hohen Stellenwert und die Gefährlichkeit ders EPO-Dopings. Das Spritzen unter die Haut von EPO stimuliert die Produktion von Erythroplasten die Vorläufer von roten Blutkörperchen sind und die so die Sauerstoffzufuhr der äußerlichen Gewebe und Muskeln erhöhen. Die Behandlung dauern einen Monat und ihr Ergebnis ( Erhöhung der roten Blutkörperchen ) lässt vier Monate auf sich warten. EPO kann nicht im Urin oder im Blut nachgewiesen werden, da es an technischen Nachweismitteln fehlt.
Drei Tage nach der Injektion nämlich ist keine Spur von EPO mehr zu finden. Dennoch hat ein französisch -quebekanisches Team eine Aufspür-Methode durch Hematokrit-Studien und biologischen Markierstoffen (Blut-Retikulozyten) erarbeitet, doch dieser Vorgang hat wenig Chancen, in den nächsten internationalen Dopingkontrollterminen angewendet zu werden, da das Gesetz keine Blutabnahmen vorsieht (außer in Frankreich) und biologische Markierstoffe nicht als Dopingnachweis anerkennt.Die Internationale Radfahrervereinigung die hofft, gegen die massive Anwendung von EPO vorgehen zu können, hat 1996 Blutbilanzen erstellt: ein höherer Hematokrit-Wert als 50% bewirkt ein Aussetzen des Läufers bis dieser wieder normale Werte aufzeigen kann.
Aber ist dies nicht eine Art Legalisierung von EPO ? Tatsächlich kann, dank der ausgereiften medizinischen Stukturen de Profi-Mannschaften, der Anteil von unter 50% an EPO an jeden einelnen Läufer angepasst werden. Aber man spricht viel zu viel von EPO, denn das Hormon PCF hat schon seinen Platz eingenommen : PCF erleichtert die Sauerstoffzufuhr der flüssigen Blutfraktion mit der selben Nichtnachweisbarkeit und vor allem mit viel geringerem Risiko im Bezug auf Blutgefäße.
Die von einem Sportler verbrauchten Dosen von EPO sind in der Größenordnung von 5 bis 30 internationalen Einheiten pro Kilogramm und Tag.Die Geständnisse von professionellen Läufern und Radsportlern bestätigen, was wir schon seit zehn Jahren sagen : das EPO-Doping betrifft heutzutage fast alle Spitzenmannschfts-Läufer.
2° DAS WACHSTUMSHORMON
Es wird seit 20 Jahren in Geschwindigkeits- und Kraftsportarten (Sprint, Weitwurf, Hanteln) sowie in Widerstands- und Muskelsport (Radrennen, SKI, Langlauf, Rugby), die eine schnelle Weiterentwicklung der Muskelmasse und der Muskelkraft erfordern, benutzt. Der menschliche Körper produziert zwei Typen von Wachstumshormonen : das GH, das durch die Hypophyse ausgeschieden wird und das anabolisierend, hypoglycemiantisch und diabetogenisch wirkt, und das IGF-I, das von der Leber und den weichen Geweben ausgeschieden wird und anabolisierend, hypoglycemiantisch und lypolitiquisch wirkt.
Das seit 10 Jahren durch eine genie-genetische Methode synthetisch hergestellte Wachstumshormon, das ursprünglich gegen Zwegwuchs bestimmt war, hat trotz seines hohen Preises die Welt der Wettkampfsportarten für sich gewonnen.
Es stimuliert die Aufnahme der Aminosäuren durch die Zellen, verschnellert die Eiweiß-Synthese im Muskel, begünstigt Lypolyse und verschnellert die Heilung bei Muskelfaser-Gewebe-Verletzungen. Es wird also vor allem und mit Erfolg in Kraft- Schnelligkeits-Sprung-und Muskelsportarten benutzt. Zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehören Diabetes, Morphologische Veränderungen vom Typ Akromegalie mit Riesenwuchs der Fingerspitzen, der Hände und der Füße (Schuhgrößenveränderung), des Unterkiefers ; Verhärtung von Haut und Gewebe.
Es ist heutzutage immer noch unmöglich, das endogene vom exogenen Wachstumshormon zu unterscheiden und es wird so also nicht in Dopingkontrollen gesucht ; Sportler nehmen etwa zwischen 1 bis 5 Milligramm am Tag zu sich. Das Wachstumshormon ist also der unumstrittene "Star" des modernen Hormon-Dopings : es ist im Urin nicht nachweisbar und die Straflosigkeit des Sportlers ist gesichert. Es ist stärker anabolisierend als Androgene und hat keine negativen Auswirkungen auf sexueller Ebene ; außerdem ist es lypolitisch, der Sportler muß also nicht mit Übergewicht kämpfen, das seiner sportlichen Leistung schaden könnte. Es ist "das Muß" der aktuellen Dopingmittel.
II - VERBOTENE METHODEN
A - DOPING ÜBER DIE BLUTBAHN
Auto-Blut-Transfusionen sind eine gefährliche Form von Doping. Die Technik besteht darin, eine Blutprobe (0,8 bis 1,5 Liter durch drei Blutabnahmen) des Sportlers zu nehmen ; es daraufhin zu zentrifugieren, es dadurch zu erneuern, es auf -32°C herunterzukûhlen, und am Tage des Wettkampfes diesem Sportler wieder zu injizieren. Das Ziel dieser Technik ist, die Sauerstoffaufnahme des Gewebes bei Ausdauerleistungen zu erhöhen, einen Überschuss von roten Blutkörperchen sowie eine Erhöhung des Anteils von 2,3 DPG (Enzym, das die Sauerstoffaufnahme erleichtert und im Muskel einen bessern Sauerstoffabwurf gewährleistet) zu verursachen. Diese Methode ist wegen der von ihr verursachten Erhöhung der Blutviskosität sehr gefährlich : höheres Risiko für Lungen-, Gehirn- oder Herzembolie.
Darüber hinaus ist das Risiko für die Übertragung von Virusinfektionen (Hepatitis C oder AIDS) gross. Es ist eindeutig wenn ein Sportler Blutbahndoping betreibt. Diese Technik wird seit Jahrzehnten in den Bereichen Langlaufski, Leichtathletik, Rennen und im Radsport betrieben.
Doch wenn man sich die Nebenwirkungen vor Augen hält, ist diese Art von Doping der Mühe nicht wert. Diese Methode wird heute durch die EPO-Methode mit den selben Thrombose-Embolie Risiken verdrängt.
B - ANDERE TECHNIKEN
Pharmakologische, chemische oder physische Manipulationen (Substanzen oder Methoden zur Veränderung der völligen Gültigkeit von Urinproben bei Dopingkontrollen) kommen oft vor : Urinentnahme durch Katheter, Ersetzung oder Veränderung des Urins, Stoppen der Nierenausscheidung durch Probenezide und verwandte Substanzen, die bewusste Veränderung de Testosteron- und Epitestostreonmessungen durch die Verabreichung von Epitestostreon und das Bromantan sind heute die am meisten benutzten Verschleierungsmethoden. Bei den Kontrollen genügt es, herauszufinden, das der Sportler versucht hat,diese Substanzen oder Methoden anzuwenden um dies als Regelverstoss zu bewerten.
III - SUBSTANZEN DIE NUR BEGRENZT ERLAUBT SIND
A - Alkohol
Ethanol ist in Konzentrations- und Geschicklichkeits-Sportarten verboten (Schiessen, Bogenschiessen, Nordischer Biathlon). Ein Sportler wird bei einer Kontolle bei einem Blutalkoholgehalt von über 0,5 g pro Liter als gedopt bezeichnet.
B - Marihuana
Mit dem Einverständnis der Internationalen Verbände und der verantwortlichen Behörden können Tests zum Aufspüren des Hauptwirkstoffes THC von Cannabis durchgeführt werden.
C - Lokale Betäubungsmittel
Sie sind erlaubt sofern sie therapeutisch gerechtfertigt werden können. Das Risiko zur Verschlimmerung von Gelenkknochen- oder Muskelfaser-Beeinträchtigungen und das Ausbleiben einer direkten Wirkung auf die Leistungsfähigkeit hält den Konsum wohl in Grenzen.
D - Kortikoide
Glücks- und Fitness-Hormone sind Anti-Stress und Anti-Müdigkeitsmittel und ihre orale Einnahme ist verboten. Dagegen sind sie bei lokaler Anwendung, an Ohren, Augen, und Haut, zur Inhalierung und bei lokale Einspritzen und beim Einspritzen in die Gelenke erlaubt.
Der zuständige Arzt muss dies vor dem Wettkampf attestieren (vorher ausgestelltes Attest). Das Injizieren von Kortikoiden schwächt Sehnen, Muskeln und Knorpel, begünstigt Magengeschwüre, lokale und allgemeine Infektionen und schwächt das Immunsystem. Ausserdem bewirkt die verlängerte Einnahme von Kortikoiden Flüssigkeitszurückhaltung, Potassium- und Kalzium-Entzug und verminderte Funktion der Nebennieren.
Jede Art von Kotikoid-Behandlung die länger als zehn Tage dauert erfordert ein abgestuftes und progressives Absetzen. Die Nichteinhaltung dieser Art von Entwöhnung verursacht ein Nierenversagen ; das Nichtwiedereintreten der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen kann sehr schwere Nierenunterfunktion verursachen. Diese Produkte sind heutzutage sehr gefragt in Muskelsportarten, in Sportarten in denen kurzzeitige aber exrem hohe Leitungen erbracht werden müssen, aber auch in Sportarten die wiederholte Anstrengungen fordern (v.a.Leichtathletik und Radsport). Da es sehr schwierig ist, die exogene und die endogene Form der Produkte zu unterscheide, ist das Aufspüren der Stoffe bei Dopingkontrollen unmöglich.
E - Betablocker
Sie sind Medikamente gegen Migräne und Bluthochdruck und werden als Antistress-Mittel vor allem in Präzisionssportarten wie Schiessen, Bogenschiessen, Nordischer Biathlon, Pentathlon und Skispringen benutzt.
Die dadurch verursachten Wirkungen sind eine Verbesserung der Konzentration, emotionale Stabilität und Entspannung.
Zu den Nebenwirkungen gehören erhöhter Blutzucker, Schwindel, Nichtanpassung an eine Anstrengung, physische und psychische Kraftlosigkeit, Herzrhytmusstörungen (Bradycardie) und vor allem Impotenz.
Betablocker können im Urin nachgewiesen werden. Sie sind der "Alkohol für reiche Leute".
DISKUSSION
1 - DIE PRODUKTE
Cannabis : seine regelmässige Einnahme durch junge Sportler ist eher eine Erscheinung unserer heutigen Gesellscheft als der Wille sich zu dopen. Sein Konsum wird durch das Zivilrecht bestraft ; man muss dieses Produkt, wie das Internationalen Olympischen Kommitees in seinen letzten Richtlinien vorgibt, in der Rubrik "eingeschränkt erlaubte Substanzen" lassen.
Kodein, Dextroprodxvphen und Ethylmorphin (Klasse der Betäubungsmittel) sind schliesslich zugelassen (Dekret vom 17. Juni 1998), aber vorsicht, denn sie sind teilweise mit Morphin metabolisiert, dessen Einnahme von über 1 Mikrogramm/Mililiter ein Resultat eines Dopingtests positiv werden kann.
Salbutamol ist bei Inhalierung erlaubt sofern der Arzt ein Attest schreibt. Seit 10 Jahren finet man das zehnfache an Asthmamitteln bei Sportwettkämpfen ; ist das nicht seltsam ?
Betäubungsmittel sind ohne Attest bei Zahnbehandlungen, lokaler int intraartikulärer Injizierung erlaubt (in manchen Fällen kann ein Attest gefordert werden).
Kortikoide sind mit Attest bei lokaler, intraartikulärer Injizierung und bei Inhalierung zugelassen (der Missbrauch ist also möglich). Mediziner und Sportler werden daher sehr wachsam beim Verschreiben und Einnehmen dieser Produkte sein.
EPO und das Wachstumshormon müssen mit einem biologischen Markierungsmittel behandelt werden, um erkannt zu werden. Dennoch, ohne eine Veränderung des Gesetzes (Erlaubnis zur Blutentnahme, der Identifizierung von Markierungsstoffen und nicht nur der Produkte selbst), machen diese zwei Hormone ohne politischen, internationalen und federalen Willen weiterhin Furore in den Spitzenmannschaften und den grossen olympischen Wettkämpfen. Die Suche nach einem Hematokrit über 50 %, bedeutet nur einen noch schlechteren Weg oder soviel wie ein Gips auf einem Holzbein.
2 - DAS GESETZ
Das BAMBUCK-Gesetz vom 28. Juni 1989 löst das verjährte Gestz von 1965 ab : es klärt uns über die neue Definition von Doping auf : "sich zu dopen, heisst zu schummeln und sich dabei langsam selbst zu zerstören". Es informiert über die Dopingprodukte selbst und deren, Nebenwirkungen, sie unterstützt die Prevention, besteht auf die Aufklärung der Ärzte, auf den Bedarf einer spezialisierten Suche, auf regelmässige, und wirksame medizinische Kontrolluntersuchungen.
Es schafft die Nationale Anti-Doping -Kommission die über Streitfälle entscheidet, erklärt die Repressions und Kontrollprinzipien, fordert Überraschungskontrollen beim Training, Durchsuchungen und Beschlagnahmungen durch Rechtshilfeersuchen, die Einführung von sportlich-disziplinären Massstäben und Strafrichtlinien (hohe Gelstrafen, Lizenzentzug und sogar Gefängnis).
Die Kontrollen : etwa 9000 Urintests werden jâhrlich in Frankreich analysiert : weniger als 2 % stellen sich als dopinghaltig heraus : 40 % davon sind Cannabis, 40 % sind Amphetamine, manche sind Anabolika und einige Betablocker mit Verschleierungsmitteln. Es gibt nichts, was gegen EPO, Wachstumshormon, Kortikoide und Somathormone gemacht würde. Niemand lässt sich an der Nase herumführen : bei den Kontrollen werden nur die Dummen oder die Unbewusst gedopten erwischt.
Das BUFFET-Gesetz, das in der nächsten parlamentarischen Sitzung vorgeschlagen werden wird, wird die Grundlagen des BAMBUCK-Gesetzes wieder aufnehmen und neue Elemente hinzufügen : eine unabhängige nationale Kommission mit Macht in Sport und Politik, eine Verstärkung der Überraschungskontrollen, gerichtliche Verfolgungen und verschärfte Strafen für Lieferer und gedopte Sportler : die Sportethik und die medizinische Moral sollen verstärkt werden.
Das IOK, die Internationale Radsportlervereinigung und der Internationale Leichtathletik- Bund müssen Massnahmen ergreifen, um die EPO-, Wachstumshormon, Kortikoid und Somlathormon-Nachweismethodenzu verbessern. Diese internationalen Instanzen müssen gewisse Bünde daran hinden, das grosse Schweigen und die Heuchelei in Sachen Doping aufrecht zu erhalten. Die Medien müssen uns auf der Suche nach der Wahrheit behilflich sein.
Die französischhen Mediziner müssen sich geschlossen gegen die aktuelle Tendenz des Verharmlosens von Doping als "medikamentös begleitendes Doping" (das von einer grossen Anzahl von Medizinern aus Radsportlerkreisen hochgelobt wird) richten.
Es ist also dringend nötig, auf internationaler Ebene ein schrifliches und wirksames Engagement von Seiten der Sport-und Politik-Instanzen zu erlangen, um effizient gegen Doping kämpfen zu können.
3 - DER AUFSTIEG DES DOPING
Das chemische hormonelle Doping hat seinen "Nicht-Umkehr-Punkt" erreicht. :EPO, Wachstumshormone und Kortikoide sind gefähliche Substanzen für den Körper : sie haben nach und nach Stimulierungsmittel, Anabolika und Verschleierungsmittel ersetzt ; auch sie sind gefährlich und vorallem in Urinproben nachweisbar. Doping passiert nicht aus Versehen : man kann sich medikamentös behandeln ohne sich zu dopen. Wir müssen dem machiavellistischen Mechanismus der Chancenungleichheit und der unrechten Siege mit denen sich Dopingsportler brüsten, ein Ende setzen : die besten werden immer die ersten sein, mit oder ohne Doping. Eine Tour de France bei der im Durchnitt mit 35 km/h gefahren wird ist genauso spannend wie eine mit 42 km/h ; auch wenn dies einigen Sponsoren, Organisatoren, Direktoren oder Mannschaftsmedizinern missfällt !!
Von nun an unterscheidet man zwei verschiedene Sportlertypen :
Die, die sich nicht dopen (ich zweifle nicht daran dass es davon noch einige gibt)
Die, die sich in zwei Stufen dopen :
1) Das Doping der reichen Leute : organisiert, geplant, durch hochmoderne medizinische Kontrollen begleitet (um das Risiko der Nebenwirkungen und die Gefahr beim Dopingtest erwischt zu werden zu minimalisieren ; zu dieser Sorte gehören EPO, PFC, Wachstumshormone, Kortikoide und Somathormone). Das ist das wirksamste, am schlechtesten nachweisbare, am besten medizinisch begleitete und sicherlich das kostspieligste Doping.
2) Das Doping der Armen : punktuell, nicht auf die vielen schädlichen Risiken ausgerichtet, und bei Dopingtests nachweisbar : in Anti-Dopingkontrollen-Statistiken wurden am häufigsten Amphetamine, Anabolika, Verschleierungsmittel, Betäubungsmittel, Betablocker verzeichnet. Diese Sportler sind am stärksten den Nebenwirkungen ausgeliefert und ihr Doping bewirkt erreichen einen kleineren Leistungsfaktor als das der reichen Leute.
SCHLUSSFOLGERUNG
Doping betrifft heutzutage den Grossteil aller Sportarten. Das ständige Übertreffenmüssen von Höchstleistungen, die bedeutende Rolle der Sponsoren und der Medien, die Druck auf die Sportler und die führenden Personen ausübt, das Abdriften des Hochleistungssportes zum Sportspektakel und zum "Business Sport" hat die Explosion von Doping herbeigeführt.
Die internationalen Instanzen (IOK, die Internationale Radsportlervereinigung und der Internationale Leichtathletik- Bund), die von dem modernen Sport der Bilder und des Geldes berieselt sind, hin und hergerissen zwischen Schweigen, Heuchelei und Innovationswillehaben den Hochleistungssport verderben lassen. Manche Regierungen (darunter Frankreich) haben sich mit Gesetzen ausgerüstet, die die Mittelaufbringen, um die Sportbranchen wieder zu sanieren und den Lieferern sowie den gedopten Sportlern besser auf die Spur zu kommen. Aber es gibt kein internationales Gesetz gegen Doping, trotz der Anstrengungen des Europarates. In Frankreich beweisen die neuerlichen Affären im Radsport fast das Gegenteil : lassen wir einmal die französische Justiz machen und warten wir einmal, was dads IOK dazu sagt (systematische Blutkontrollen, medizinische Kontrolluntersuchungen, Forschung für die EPO-Erkennung im Blut).
Es wäre ein wirklicher politischer Wille im Kampf gegen das Doping, wenn das IOK und die Internationale Radsportlervereinigung derAufspürung von EPO mehr Mittel gäben. ; sont werden es in Zukunft immer noch die Dummen oder die Ahnungslosen sein, die in den Dopingkontrollen ertappt werden. und die Mehrheit der Dopingsportler die als negativ aus dem Test hervorgegangen sind wird weiterhin ihr betäubtes Lächeln hinter "Acromegal-Händen " verstecken. Heutzutage teilen sich EPO und das Wachstumshormon den Doping-Markt mi Amphetaminen, Kortikoiden und Anabolika. Auch die Pharma-Labors sind teilweise für die Verallgemeinerung dieser Doping-Welle verantwortlich.
Aber das chemische Doping der kommenden 20 Jahre wir vom GENETISCHEN DOPING überholt werden : warum sollte man sich bei diesen Fortschritten in der Genforschung nicht ein Finale eines 100-Meter-Laufes bei den Olympischen Spielen im Jahre 2008 vorstellen, bei dem die 8 Finalisten geklont wurden, um 9 sec 5/10 zu erreichen !!
Der Wettkampfsport, der zum Spektakelsport geworden ist, rennt gerade auf eine Wand zu !
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das mystische Bild des "Sport aus Freude", "des Wohlfühlens und des Sport der Transparenz", des "gegenseitigen Respekts", der "Sports als Schule für das Leben" als Seifenblase herausstellt, ist gross. Der Hochleistungssport hat heute siene Vorbild- und Referenz-Funktion verloren.
Kümmern wir uns nun wenigstens darum, den Schulsport, der Gesundheitssport, den Freizeitsport und Amateursport auf dem rechten Weg der Sport-Moral und der medizinischen Ethik zu halten. Lasst uns die moralische Kraft, die politische Macht und die technischen Mittel zusammentragen, damit wir diese Geissel des Dopings bändigen können.
Seit 10 Jahren versammeln wir humanistische Sportmediziner uns, um den durch Doping vergifteten Sport und dessen fürchterlichen Teufelskreis zu denunzieren. Schade, dass die vereinigten Führungspersonen und Politiker sowie die Organisatoren und Sponsoren und Medien uns nicht zugehört haben : heute werden wir nicht mehr dazu da sein !!
Im Antidopingkampf tun sich zwei Lösungen am Horizont auf :
Die erste befürwortet mit medizinischer und sportlicher Ethik die Vormundschaft der Medizin in allen Hochleistungssportarten (mit technischen biologischen und hormonellen Tests und Attesten).
Aber ihre ausserordentlich hohen Kosten und das Riiko, den Sportler in ein "Labormonster" zu verwandeln, lässt diese Hypothese nur schwer realisieren.
Die zweite, die nichts kostet, ausser einen dogmatischen Verzicht und eine ethisch-sportliche aber vor allem medizinische Ablehnung, besteht darin, ein unter medizinischer Aufsicht erlaubtes Doping vorzuschlagen (dies ist in gewissen Sportarten wie Radsport, und Leichtathletik laut zugebenden Sportlernder neuerlichen Dopingaffären schon der Fall).
Ich glaube, die Sportwelt wünscht in ihrem Ganzen nicht wirklich das Verschwinden des Dopings, das die Leistungen und die Rekorde im Spektakel- und Business-Sport gewährleistet.
Sollen wir den Sport sich sein eigenes Grab schaufeln lassen ? Nein, natürlich nicht ! Finden wir die Tugenden des natürlichen Trainings, die kostenlose Leistungsschöpfung aus dem Körper,den Spass an der körperlichen Anstrengung wieder, und lasst uns dafür kämpfen, den GESUNDEN und EHRLICHEN SPORT wieder zu entdecken.
Montpellier, den 10. September 1998
Übersetzung ins Deutsche : Effi Ottmüller
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